Katzen so kann man wohl sagen, sind wahrhaft magische Wesen.
Kennen Sie zum Beispiel das Lächeln einer Katze? Jedes Blinzeln der Katzen bedeutet ein Lächeln.
Es gibt temperamentvolle und phlegmatische Katzen, Choleriker und solche mit sehr stabilem Nervenkostüm, mutige und Angsthasen, launische und immer freundliche. Katzen sind Individualisten und lassen sich innerhalb der Familie in der sie leben keinen Rang zuweisen. Sie alleine bestimmen ihre Lieblingsplätze und zu welchem Zeitpunkt und wie lange Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Katzen sind stets auf ihre Würde aus. Passiert einer Katze beispielsweise ein unbeabsichtigter Sturz oder stolperte sie über einen Türstaffel, so ist oft zu beobachten, dass sie sich sehr lange putzt, um ihre Würde wieder aufbauen zu können.
Eine Katze, die nur im Haus gehalten wird, der sog. Stubentiger, möchte beschäftigt werden und richtet wohl auch, je nach Temperament, mitunter Unheil an, während eine freilaufende Katze ihre gesamte Energie auf die Jagd und eventuelle Rivalitätsstreitigkeiten konzentriert und das Heim bei den Menschen zum ausruhen nutzt. Und so ein Kerl ist unser Kater Pablo.
. Nachdem unser Kater Jamie starb, wollte ich nie mehr eine Katze als Hausgenossen, doch eines Mittags kam Pablo durch die offene Terrassentüre in meine Küche und blieb. Ich entmilbte seine Ohren, ließ ihn impfen und er bekam durch das regelmäßige Futter ein wunderschönes Fell und verlor jede Struppigkeit. Zusammen mit dem Tierarzt forschte ich nach einem früheren Heim Pablos, aber das gab es wohl nie. Die Nächte verbringt Pablo immer draußen, selbst die härtesten Winternächte und auch ein Katzenklo akzeptiert er nicht, das erledigt er in der Natur. Letzten Sommer wurde Pablo von einem Auto angefahren und hatte eine Fraktur der rechten Hüfte. Wir pflegten ihn gesund und seitdem spricht er mit uns. Vorher kannte er wohl nur die Interaktion mit anderen Katzen und am Anfang war es ihm wohl auch selber etwas peinlich, so zart mit uns zu miauen. Dann lernte er sehr schnell das Gurren der Wonne, ein sehr leises Schnurren der Zufriedenheit, das Miauen des lass- mich- raus, das Knurren der Ungeduld.
Pablo kann im absoluten Lärm schlafen und sogar wenn kleine Kinder auf dem Sofa um ihn rum springen, verlässt er den Platz nicht. Im Gegenteil, er liebt Gesellschaft und insbesondere das zarte, aber auch oft tollpatschige Streicheln kleiner Kinder. Noch nie sah ich Pablo jemanden kratzen oder anfauchen- er geht einfach weg. Habe ich einmal Kummer oder fühle ich mich krank, dann weicht Pablo nicht von meiner Seite und verbringt auch die Nacht bei mir. Sobald ich ihn aber am Abend raus bringe, ist er ein anderer, ein wildes Tier. Da er nicht kastriert ist, hat er ein großes Revier abzuschreiten und immer wieder neue Kampfspuren am Körper, wenn er morgens fertig heimkommt von seiner Nachtschicht. Nachdem ich von der Parterrewohnung in den 2. Stock zog, kam eine schwierige Zeit und ich befürchtete schon Pablo zu verlieren. denn es gibt keine Möglichkeit für ihn ohne Hilfe zur Wohnung zu gelangen. Es dauerte 2 Wochen bis Pablo mit mir eine Lösung fand. Jeden Morgen zur gleichen Uhrzeit hole ich ihn im Fahrradschuppen, der für ihn zugänglich ist, ab. Dort liegt er dann zusammengerollt in einem Kindersitz und wartet geduldig. Wenn ich ihn einmal nicht vorfinde, dann akzeptiere ich das auch, denn Loslassen können ist eine der Übungen, die man gerade durch den Umgang mit Katzen lernen kann. Menschen werden gerne in Hundeliebhaber und Katzenliebhaber unterteilt. Das ist dumm, denn manchmal kommen die Tiere einfach in dein Leben und da spielt es keine Rolle, ob es ein Hund oder eine Katze ist. Aber es gibt gravierende Unterschiede zwischen Katzen und Hunden. Füttert der Mensch den Hund, so schaut dieser sein Herrchen groß an und denkt:“ Der bringt das Futter, das muss ein Gott sein.“ Bringt man der Katze das Futter, so denkt diese:“ Der bringt mir das Futter. Ich muss ein Gott sein.“
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